Beobachtungen

Wir Erzieher nutzen häufig die entspannte ruhige Zeit des Freispieles zum gezielten Beobachten der Kinder. Das Beobachtete nutzen wir, um die Kinder in einzelnen Entwicklungsbereichen gezielt fördern zu können, und auch für die schriftlich fixierten Lerngeschichten. Die natürliche Neugier und Entdeckungsfreude der Kinder nutzend, gestalten wir deren Bildung ganzheitlich. Bildung entsteht aus Erkenntnis, Gefühlen, Beziehungen zu anderen und aus eigenem Tun.

Folgende Lernformen nutzen wir:

Freispiel

Hier haben die Kinder die Möglichkeit zu entscheiden, mit wem, was und wo sie in einer vom Tagesablauf begrenzten Zeit spielen möchten. Gerade der Wald, wo kein übliches Spielzeug vorhanden ist, bietet viel Raum. Im freien Spiel vertiefen sich die Kinder häufig in Rollenspiele. So entsteht eine Wohnung für vier Freunde, die sauber gehalten werden muss, die Möbel braucht und natürlich auch ein Klingelschild. Weitere Kinder beschäftigen sich auf der Werkdecke und bearbeiten mit Werkzeug Naturmaterial. Wieder andere Kinder entdecken die Umgebung mit Utensilien aus der Forscherkiste, andere ziehen sich auf Bäume zurück.

Im Hinblick auf die Unterschiede zwischen Mädchen und Jungen konnten wir über die Jahre hinweg beobachten, dass bei den motorischen Fähigkeiten wie Balancieren, Springen, Klettern usw. Mädchen und Jungen ein vergleichbares Maß an Können zeigen. Die Bewegungen von Jungen sind mit körperlichen Anstrengungen verbunden. Jungen sind risikofreudiger. Damit Mädchen auch Grenz-erfahrungen erleben und so ihren Körper in schwierigen Situationen wahrnehmen können, schaffen wir auch Möglichkeiten wie das Klettern in einer Mädchengruppe.

Im Spiel nehmen Mädchen häufig die Rolle der Verkäuferin, Ärztin, Mutter oder Köchin ein. Jungen wählen eher grobe Tätigkeiten und Rollen wie Bauarbeiter, Räuber, Pirat usw. Es kam jedoch auch schon vor, dass ein Junge die Mutter spielte.

Bedarfsgerechte Angebote

Im Freispiel bieten wir den Kindern Angebote an wie z. B. Bastelarbeiten zu den aktuellen Themen, die die Gruppe beschäftigen. Es werden Stifte, Papier und Scheren mit in den Wald genommen. Diese freiwilligen Angebote dienen den Kindern u. a zur Förderung der Feinmotorik, zur Wissenserweiterung und zur Entwicklung der Kreativität.

Themenbezogene didaktische Einheiten

In den vier Jahreszeiten beobachten und erleben wir in der Gruppe Naturvorgänge wie das Blühen eines Baumes im Frühling. Daraus entwickeln wir Erzieher dann eine didaktische Einheit, die in einigen nacheinander folgenden Abschlusskreisen durchgeführt wird. Wir beschäftigen uns dann z. B. damit wie sich aus einer herabfallenden Buchecker eine neue Buche entwickelt.

Kleingruppenarbeit

Die Gruppe hat sich für die Pflege von Kaninchen entschieden. Die Kinder wurden im Vorfeld auf diese neuen Gruppenmitglieder vorbereitet. Wir pflegen sie täglich und besuchen mit ihnen auch den Tierarzt. Diese Pflege hat kein absehbares Ende. Wir sehen die Haltung von Tieren als Bereicherung für die Gruppe an.

Projektarbeit

Diese Bildungsform ist auch bei uns zu finden, wie u.a. das jährliche Vorschulprogramm oder das Osterprojekt "Woche des Eies". Jährlich findet auch das Abschlussprojekt der Berufspraktikanten statt. So interessierte sich 2009 eine Gruppe von Kindern für das Element Wasser und verfolgte dies mit Neugierde im Projekt "Wasser ist mehr als nur nass".




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