Liebe Eltern,

die meisten von Ihnen, die ihr Kind bei uns zum Kindergarten anmelden, haben selbst Erfahrungen mit irgendeinem Kindergarten, den Sie in Ihrer eigenen Kindheit besucht haben. Aber: In einem Waldkindergarten waren Sie sicher noch nicht. Diese Pädagogische Konzeption gibt es allerdings schon seit einigen Jahren, bei uns in Viernheim genau seit 2002. Die Grundauffassungen zur Sicht auf das Kind, Situationsansatz usw. sind genau die gleichen wie im Kinderdörfel (siehe Pädagogische Konzeption des Kinderdörfels). Die Praxis allerdings ist in Vielem notwendigerweise anders. Wie und warum, das wollen wir Ihnen im Folgenden zeigen.

Davor aber noch einige grundsätzliche Gedanken zur frühkindlichen Bildung, welche ja seit einigen Jahren immer wieder in den Medien thematisiert wird. Die AWO hat schon bevor dieses öffentliche Interesse aufkam, in ihren Einrichtungen Grundsätzliches zu diesem Thema erarbeitet. Das Wichtigste: Neugier ist keine Charakterschwäche, sondern die notwendige Voraussetzung für jede Art von Bildung. Neugier zu wecken ist viel wichtiger, als sie zu dämpfen. Neugierig sind Kinder schon ab ihrer Geburt.

Dies wird in vielem deutlich. So sehen wir mit Befriedigung gerade im Wald und Feld abertausende von Dingen, Ereignisse und sich verändernde Zustände, die es Kindern erlauben, fast unentwegt ihre Neugier mit Erkenntnissen und Erfahrungen zu befriedigen. Dass die Motorik Ihres Kindes durch die vielen Bewegungserfordernisse im Freien gefördert wird, liegt auf der Hand. Dass die Gesundheit Ihres Kindes durch die Bewegung im Freien und zu allen Jahreszeiten enorm gestärkt wird, ist bewiesen.

Übrigens nicht nur bei Ihrem Kind! Auch das betreuende Personal erfährt diese Stabilität der Gesundheit. Wir können Ihnen belegen, dass die Leiterin der Gruppe null Fehltage im letzten Jahr hatte. Dass es dort auch Gefährdungen gibt, wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Wie und womit Sie Ihr Kind vor solchen Gefahren schützen können, erfahren Sie auf den folgenden Seiten. Sollten Ihnen die Beispiele auf dieser Homepage nicht vollständig genug erscheinen, erfahren Sie im direktem Gespräch mit unseren Fachkräften vor Ort alles Weitere.

Wir freuen uns auf Ihr Kind und auf Sie als Eltern.

Frithjof Besser
für den Vorstand der Arbeiterwohlfahrt Viernheim




Warum der Waldkindergarten zum AWO-Kinderdörfel gehört

Genau genommen handelt es sich beim Waldkindergarten um die Waldkindergartengruppe des Kinderdörfels. Für diese Zugehörigkeit zu der Kindertagesstätte der AWO in der Nordweststadt gibt es gute Gründe:

Die Entstehungsgeschichte: Der Waldkindergarten ging aus der Wandergruppe des AWO-Kinderdörfels hervor. Er wurde vom Landesjugendamt im Jahr 2002 genehmigt und als sechste Gruppe in die Betriebserlaubnis des Kinderdörfels aufgenommen.

Das gemeinsame Bild vom Kind: Kinder sind von Geburt an mit einer natürlichen Neugier, Wissensdurst und Entdeckungsfreude ausgestattet und streben danach, sich ihre Welt anzueignen. Wir begegnen jedem Einzelnen von ihnen mit Achtung und Wertschätzung seiner individuellen Persönlichkeit, seinen Stärken und Fähigkeiten. Wir möchten eine vertrauensvolle Beziehung zu ihm aufbauen, die ein gemeinsames Leben und Lernen zulässt. Dies ist die Basis einer positiven Entwicklungsmöglichkeit.

Die Pädagogik des Situationsansatzes: Wir gehen aus von der Lebenssituation der Kinder und ihrer Familien und machen den Alltag zum Gegenstand von Lern- und Bildungsprozessen. Entscheidend sind dabei die Erlebnisse und Erfahrungen, die die Kinder selbst im Umgang mit ihrer Umwelt machen. Die übergeordneten Ziele sind Selbstbestimmung, Solidarität, Sach- und Lernkompetenz.

Die Leitlinien der Arbeiterwohlfahrt: Kinder brauchen Kinder. Ihr Lernen und ihre Bildung finden nicht in künstlichen Zusammenhängen statt, sondern im Zusammensein mit anderen Kindern, in der sozialen Gemeinschaft der Gruppe. Und Familien brauchen Unterstützung. Wir wollen sie in den Einrichtungen der AWO nach Kräften in ihrer Verantwortung und ihrer Kompetenz bei der Erziehung der Kinder stärken.

Auf dieser gemeinsamen Grundlage gibt es im AWO-Kinderdörfel drei Arbeitsbereiche: Kindergarten, Familiengruppen und den Waldkindergarten. Diese haben jeweils unterschiedliche Arbeitsbedingungen, die verschiedene Arbeitsformen zur Folge haben. Im Waldkindergarten gibt es beispielsweise eine naturpädagogische und eine musikpädagogische Schwerpunktsetzung. Was das in der Praxis bedeutet, können Sie auf den folgenden Seiten lesen.



Peter Lichtenthäler, M. A.
Leiter des AWO-Kinderdörfel




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