Vom Kindergarten zur vorschulischen Bildung

Die kommunalen Kindergärten, Horte, Krippen und Tagesstätten in Viernheim werden alle in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt betrieben. Den Beginn machte der erste städtische Kindergarten in der Pirmasenser Straße, noch in den 70er Jahren übergab die Stadt Viernheim die Trägerschaft für weitere zwei große Kindertagesstätten und Horte an die AWO: den Kindergarten mit Hort am Kapellenberg und den Kindergarten in der Kirschenstraße. Letzterer war ursprünglich als viergruppiger Kindergarten mit einer angegliederten Gruppe behinderter Kinder konzipiert, mittlerweile werden dort aber statt der Behindertengruppe in die Gruppen integrierte behinderte Kinderbetreut. In den anfangs im Hause befindlichen Dienstwohnungen ist mittlerweile ebenfalls eine große Hortgruppe untergebracht.

1993 kam das in eigener Regie erbaute Kinderdörfel hinzu, welches bis heute Kinder im Alter von ein bis zehn Jahren in so genannten Familiengruppen betreut. Ein Erziehungskonzept, das bis heute im Kreis Bergstraße, ja darüber hinaus großes Interesse gefunden hat und zweifellos als eines der modernsten Konzepte der Erziehung für Kinder in dieser Altersgruppe darstellt. Da die Großfamilien heute so gut wie nicht mehr vorkommen, sondern die Einkindfamilie die mit Abstand zahlreichste Familienform darstellt, erfahren Kinder fast nirgendwo mehr die gemeinsame Erziehung von kleineren und größeren Kindern in einem Hause: Kleine lernen von Großen und Große lernen Verantwortung und Hilfe für Kleine zu übernehmen. Was als großes Ziel der Kleinkindbetreuung gilt, nämlich die Errichtung von Kinderkrippen, wird bei der AWO Viernheim bereits seit 15 Jahren erfolgreich praktiziert.

Als vorerst letzte Erweiterung des Aufgabengebietes in der Kindererziehung reiht sich der Waldkindergarten ein, in dem 20 Kinder in freier Natur eine sehr erfolgreiche und gesunde Erziehung erfahren. Nur für de Fall sehr schlechter Witterung steht zum Schutz der Kinder ein Bauwagen bereit. Wer dort vormittags im Wald spazieren geht, kann sich überzeugen, mit wie viel Freude und mit welcher Selbstverständlichkeit sich die Kinder dort bewegen. Allerdings ist dieses Konzept nicht zur Ganztagsbetreuung geeignet, da die Kinder nach fünf bis sechs Stunden an der frischen Luft in der Regel zu müde sind.

Die AWO hat als erster Träger in Viernheim flexible Öffnungszeiten angeboten, die es auch Ganz- und halbtagsbeschäftigten Eltern ermöglichen, ohne Stress ihre Kinder zu bringen und abzuholen. Auch bei der kindlichen Bildung zählt die AWO zu den Vorreitern, ebenso bei der Betreuung in Kinderkrippen.

Selbstverständlich gibt es in allen Kindergärten Kinder mit ausländischem Sprachhintergrund. Seit das Land Hessen für die Sprachförderung ein zusätzliches Förderprogramm ins Leben gerufen hat, wurden in allen Häusern zusätzliche Erzieherinnen mit einer Sprachfortbildung eingestellt. Die Stadt Viernheim beteiligt sich an diesen Kosten mit 50 Prozent. Zur Komplettierung der Bemühungen um Integration und Sprachförderung werden seit einer ganzen Reihe von Jahren auch Erzieherinnen mit ausländischem Sprachhintergrund beschäftigt. Dadurch ist die Belegschaft in vielen Sprachen kompetent, was der Arbeit mit den Eltern der von uns betreuten Kinder sehr zugute kommt. Im Augenblick sind das: arabisch, englisch, italienisch, polnisch, russisch, spanisch, türkisch, ungarisch und vietnamesisch.