15.09.2018: Bezirkskonferenz der AWO Hessen-Süd

AWO-Bezirksvorsitzender Willy Jost forderte mehr Verteilunsgerechtigkeit (Foto: Swen Klingelhöfer - AWO Hessen-Süd)


Einstimmen auf 100 Jahre Arbeiterwohlfahrt

AWO stellt sich gegen Hetze und gesellschaftliche Spaltung

In Buseck hat sich am Samstag der AWO Bezirksverband Hessen-Süd e.V. zu seiner ordentlichen Bezirkskonferenz getroffen. Die rund 90 Delegierten stimmten sich im Kulturzentrum Schloßpark auf die Feierlichkeiten rund um das 100-jährige Bestehen der Arbeiterwohlfahrt im nächsten Jahr ein. Außerdem stand eine Nachwahl auf der Tagesordnung sowie das Thema Verbandsentwicklung.

Bezirksvorsitzender Willy Jost unterstrich in seiner Rückschau auf die letzten zwei Jahre die Bedeutung der guten Arbeitsbedingungen bei der AWO Hessen-Süd und die Anwendung des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst. "Wer arbeitet, muss von seinem Gehalt auch leben können", fasste Jost die Position der AWO zusammen. Aber auch zu anderen Themen bezog Jost Stellung. So erteilte er so genannten Anker-Zentren für geflüchtete Menschen eine klare Absage. Stattdessen forderte er ein Vorankommen von Integration und Ausbildungsmöglichkeiten für geflüchtete Menschen. Die bürokratischen Hürden auf diesem Weg gehörten abgebaut. Jost forderte weiter, die bestehenden Schieflagen in der Gesellschaft stärker in den Blick zu nehmen und für Verteilungsgerechtigkeit einzustehen. "Es kann nicht sein, dass der eine kaum Steuern auf Millionengewinne zahlen muss und der andere auf staatliche Unterstützung neben dem Job angewiesen ist", so Jost.

Torsten Hammann, Generalbevollmächtigter der AWO Hessen-Süd ging in seinem Bericht auf die aktuellen gesellschaftspolitischen Spannungen ein und warnte vor den Entwicklungen, die sich vor allem in der zunehmenden Hetze gegen Minderheiten in unserer Gesellschaft zeigen. Die AWO sei schon auf Grund ihrer Werte verpflichtet, sich gegen Populismus und Hetze zu stellen. Zur wirtschaftlichen Entwicklung berichtete Hammann, dass die AWO Hessen-Süd ihre Angebote in den letzten beiden Jahren erweitert habe und so auf neue Bedarfe reagiert hat. Tagespflege, altersgerechtes Wohnen und Betreuung von jungen Menschen sind Hilfsangebote, die an Bedeutung gewonnen haben. Besondere Bedeutung haben auch Angebote, wie die drei CAP-Märkte, die die AWO Hessen-Süd betreibt. Sie seien ein echter Lebensmittelpunkt in den jeweiligen Gemeinden. Den weiteren Ausblick auf die nächsten Jahre bewerte Hammann als positiv stabil. Große Projekte konnten erfolgreich umgesetzt werden.

Auf der Tagesordnung stand auch die Nachwahl einer Vorstandsposition. Alexander Link aus dem Main-Kinzig-Kreis war aus gesundheitlichen Gründen von seiner Position als stellvertretender Vorsitzender zurückgetreten. Die Konferenz wählte einstimmig die 46-jährige Stephanie Becker-Bösch aus Butzbach.

Ein weiteres Thema der Bezirkskonferenz war die Verbandsentwicklung. Auch bei der Arbeiterwohlfahrt ist der Trend zu spüren, dass sich immer weniger Menschen ehrenamtlich engagieren. Und das aus den verschiedensten Gründen. Dennoch hat die AWO es geschafft, viele Angebote aufrecht zu erhalten und sozialpolitische Ansprechpartnerin zu bleiben. Rund 17.000 Mitglieder in rund 200 Ortsvereinen stellen das ehrenamtliche Rückgrat der Arbeiterwohlfahrt, wie Alexander Ludwig, Verbandsreferent der AWO Hessen-Süd berichtet. Er verwies darauf, dass es die AWO auch in Zukunft als Organisation mit Ehrenamt brauche.

1919 wurde die Arbeiterwohlfahrt von Marie Juchacz gegründet. Nächstes Jahr feiert die AWO daher ihren 100. Geburtstag. Susanne Magnus, Jubiläumsbeauftragte des AWO Bezirksverbands stellte die bisherigen Überlegungen vor und stimmte auf das besondere Datum ein. Die AWO werde in ganz Deutschland das Jubiläum bunt und fröhlich feiern, versprach sie den Delegierten.




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