02.03.2017: Elternabend zum Übergang in die Schule

Detlef Träbert referierte über die Schulfähigkeit


Eltern und Kinder - fit für die Schule

Detlef Träbert referierte in der Kindertagesstätte Kirschenstraße

Am 02.03.2017 fand in der AWO Kindertagesstätte Kirschenstraße ein öffentlicher Vortrag mit dem Diplom-Pädagogen Detlef Träbert zum Thema "Eltern und Kinder – fit für die Schule" statt. Nach 18 Jahren als Beratungslehrer arbeitet Träbert seit 1996 freiberuflich im eigenen Schulberatungsservice "Schubs", hält bundesweit Vorträge und gibt Fortbildungen.

"Als Kind wollte ich Zugkellner werden". So beschreibt Träbert seine Berufsvorstellungen in der Kindheit. Der ehemalige Beratungslehrer machte so darauf aufmerksam, wie Kinder über ihre Zukunft denken und was für sie wirklich zählt: das Hier und Jetzt. Eltern haben dagegen oft konkretere Vorstellungen, was den beruflichen Werdegang ihrer Sprösslinge angeht, zumindest aber, was den Bildungsweg betrifft. In seinem Vortrag "Eltern und Kinder - fit für die Schule" ging der 63-Jährige auf die unrealistischen Erwartungshaltungen der Eltern ein, die heutzutage angesichts einer leistungs- und arbeitsmarktkonzentrierten Gesellschaft oft die Fähigkeiten ihrer Kinder nur in Hinblick auf ihre Zukunftstauglichkeit betrachten.

Für Kinder im Vorschulalter sei im Prinzip jede Art der gezielten Bewegung, bei der Grob- oder Feinmotorik gefordert wird, hilfreich. Dazu könne es reichen, einfach mal Ball zu spielen oder die Schuhe zu binden, Luftballons aufzublasen oder Seifenblasen zu machen. Kognitiv sei es für Kinder wichtig, mit allen Sinnen gut wahrnehmen zu können, auch das lasse sich in Spielen trainieren: Vorlesen, Ratespiele (was rieche, höre, schmecke oder fühle ich?), Puzzle, Memory oder Geschicklichkeitsspiele förderten nicht nur das bewusste Erfahren, sondern auch Gedächtnis und Konzentration.

Rechtzeitig lernen, mit Problemen umzugehen

Besonders am Herzen liegt Träbert aber die Frustrationstoleranz der Kinder. Dass diese schon in den frühen Klassen von der Schule gestresst und einfach frustriert sind, liege oft daran, dass sie nicht rechtzeitig gelernt haben, mit Schwierigkeiten umzugehen. Auch hierzu müsse man sein Kind nicht strapazieren, es reiche aus, das Kind Dinge einfach selbst erleben zu lassen und ihm nicht jedes Hindernis aus dem Weg zu räumen. "Was ein Kind selbst tun kann, das sollte es selbst tun." So lernten Kinder, dass man eben auch mal Zeit oder wiederholte Versuche brauche, um zu erreichen, was man möchte. Auch Gesellschaftsspiele wie "Mensch-ärgere-dich-nicht" würden helfen zu lernen, dass es das Spiel selbst ist, das den Spaß bringt und nicht bloß der Erfolg.

Aber auch die Eltern müssten fit für die Schule sein. Das bedeute vor allem, dass sie mit Kindern einen liebevollen, unterstützenden Umgang pflegen. Das kindliche Selbstbewusstsein und seine Fähigkeiten sollten gefördert, klare Grenzen aber konsequent gesetzt werden. Jede Form des seelischen Drucks oder gar der körperlichen Gewalt seien natürlich tabu, so Träbert. Gegenüber Lehrern und der schulischen Einrichtung sollten Eltern bereit sein, einen Vertrauensvorschuss zu leisten. Beide Generationen sollten sich ein Zitat von einem ehemaligen Schüler Träberts zu Herzen nehmen: "Schule ist schön, aber das Leben ist schöner."

Das Gespräch mit der Schule suchen

Die Einschulungsentscheidung hängt also von Faktoren ab, die für Eltern gar nicht alle zu überblicken sind. Wenn sie jedoch rechtzeitig das Gespräch mit der Schule suchen, können sie die Weichen für eine Erfolg versprechende Schullaufbahn stellen.

Presseberichte vom Vortragsabend mit Detlef Träbert:

Viernheimer Nachrichten vom 07.03.2017
Viernheimer Tageblatt vom 08.03.2017 [591 KB]
Südhessen Morgen vom 09.03.2017




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